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Am ersten April – und das ist kein Aprilscherz – fand in der Alberten ein Treffen von ca. 30 Instagramers statt. Die sehr freundliche Ivana, die im Management des Museums arbeitet, führte durch die Provoke- und Anselm-Kiefer-Ausstellungen. Für mich war es meine erste Instameet/walk/whatever- Veranstaltung (bin mit den neudeutschen Begrifflichkeit noch nicht so gut vertraut) und ich war wirklich positiv überrascht.

#Instawalk (4)

Ein Mix aus Leuten, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, kamen zusammen und strahlten eine unbeschreibliche Gruppendynamik aus – ein Wohlfühlen, ein Miteinander – quasi ein bunt gemischtes Kollektiv, bestehend aus individuellen Persönlichkeiten (wenn man das so beschreiben kann?). Kurz: wie eine Klassenfahrt unter sympathischen Fremden.

#Instawalk (1)

Die Provoke-Ausstellung wurde von Dr. Walter Moser kuratiert, der offensichtlich ein gutes Auge für Undergroundsachen hat. Provoke war eine Avantgardegruppe, die drei gleichnamige Hefte herausgegeben haben. Diese wurden sehr effektvoll in einer beleuchteten Vitrine ausgestellt. Das Magazin ist nur drei Mal erschienen – nachdem es 1968 veröffentlicht wurde, hat man es bereits ein Jahr drauf, 1969, wiedereingestellt.

 

Die Ausstellung wird in drei Teile gegliedert: einerseits werden die Fotografen in und um Provoke gezeigt, andererseits wird die Protest-Fotografie thematisiert und schlussendlich werden Fotografien aus dem Bereich der Performance-Kunst präsentiert. Das folgende Plakat ist von einem anonymen Künstler.

 

In der Nachkriegszeit Japans kam es zu zahlreichen, gesellschaftlichen Umbrüchen. Demonstrationen, Protestbewegungen usw. waren für die 1968er Bewegung besonders prägend.

Mich hat die Serie von Takashi Hamaguchi besonders fasziniert. Links wird die Demonstration an der Universität Kyoto vom 1. Mai 1969 gezeigt, rechts sehen wir die Demo am Okinawa-Tag in Ochanimozu vom 28. April 1969. Als verschwommen und körnig wird der dynamische Stil dieser „Fotografie-Epoche“ bezeichnet. Für zusätzliche und detaillierte Informationen empfehle ich das Video auf der Homepage zur Ausstellung.

Anschließend wurde die Gemeinschaft in die Räumlichkeiten der Anselm-Kiefer-Ausstellung geführt. Diese wurde von Dr. Antonia Hoerschelmann kuratiert.

Als ich den ersten Raum betrete, denke ich mir nur: #bistdudeppert ! ! !

Welch imposante Aufteilung! Die Werke entfalten in den großzügigen Räumen ihre einzigartige Wirkung. Die großformatigen Holzschnitte, die Kollagen-artig konstruiert und anschließend in weiteren Verfahren mit Öl, Acryl, Schelllack und Steinkohle bearbeitet worden sind behandeln hauptsächlich Themen der deutschen Geschichte (Nationalsozialismus) und Mythologie (Rheingold). Kiefer hat teilweise mehrere Jahre, bzw. Jahrzehnte an den Werken gearbeitet und sie immer wieder verändert.

Es wundert also nicht, wenn man bei der Jahreszahl beispielsweise „1982-2013“ liest, so wie bei dem folgenden Werk „Die Wacht am Rhein – Melancolia“.

#Instawalk (8)

Die linke Bildkante durchbricht Kiefer, indem er das mittlere Drittel des Werkes ein wenig nach außen verlagert. Dies bietet der architektonischen Darstellung zusätzlichen Raum. Die geometrische Figur am rechten Bildrand aber durchbricht durch den aus Diagonalen geformten Spitz gänzlich den Raum und verschafft sich somit eine eigenständige Atmosphäre.

 

Diese Ausstellungen werde ich ein zweites Mal besuchen müssen, so viel steht fest. Die Begeisterung der Instagramer konnte man ihren Gesichtern ablesen – das Grinsen konnte niemand mehr verheimlichen. Abschließend versammelten wir uns zu einem Gläschen Sekt/Orangensaft/usw. und man lernte sich besser kennen.

Ich muss gestehen, meine erste Instameet/walk/whatever- Veranstaltung hat mir sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf die kommende.
Weiter so!

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