#artbookfriday – Neue Einblicke in das Kunsthistorische Museum – #FutureMW

© Brandstätter Verlag

Am heutigen #artbookfriday, der in der diesjährigen #Museumweek mit #FutureMW zusammenfällt, möchten wir zunächst das im Brandstätter Verlag erschienene Buch von Philipp Blom/Veronica Buckley – Neue Einblicke in das Kunsthistorische Museum vorstellen und danach durch die Vorstellung der App KHM Stories einen Bogen zu #FutureMW spannen.

#artbookfriday

Über das Buch

Im Mittelpunkt stehen die 8 thematische Rundgänge durch die Sammlungen des Kunsthistorischen Museums:

Augen, Eros, Details, Entdeckungen, Gewalt, Zeit, Rituale und Geschichten

Autoren vermitteln durch diese Rundgänge neue Einblicke, Erkenntnisse und Blicke auf die (vermeintlich) bereits bekannten Kunstwerke des KHMs. Die Bildbeschreibungen unterscheiden sich von jenen, die wir im Kunstgeschichte-Studium so eifrig übten. Kurz, gelungen, auf den Punkt kommend, literarisch.

Zum besseren Verständnis nehmen wir uns den Rundgang „Augen“ heraus – der mit folgender Einleitung beginnt (S. 8):

Ob Künstler, Betrachter oder die Figuren, die dargestellt werden – nichts ist wichtiger als ihre Augen. Die Schönheit mag im Auge des Betrachters liegen oder in dem des Künstlers, aber eine ungeheure Vielfalt von Emotionen und Persönlichkeiten erwidert unseren Blick in den Dargestellten selbst.

Zu dieser Tour zählen Kunstwerke wie das Gemälde Jacopo Strada von Tizian, das unter dem Titel „Sammelleidenschaft“ präsentiert wird oder Das Pelzchen von Peter Paul Rubens unter „Verheissung“ oder unter dem Titel „Wenn Blicke töten“ das Haupt der Medusa von Peter Paul Rubens. Insgesamt 15 Werke aus den Sammlungen des Kunsthistorischen Museums umfassen die „Tour“ Augen.kunsthistorischesmuseumwien

Im Umschlag des Buches wird auf eine Seite des KHM verwiesen – www.khm.at/neueeinblicke – klickt man allerdings darauf (Stand 29.3.2016) so landet man auf der 404 Seite des Museums. Die gesuchte Webseite trägt den Namen www.khm.at/neueinblicke, dies sollte geändert werden, vor allem, weil in den Buchumschlag „neueeeinblicke“ gedruckt wurde. Auf dieser Seite kann man einen Plan versehen mit Nummern herunterladen, so dass man anhand des Buches und des Planes – selbst das Museum anhand eines Kapitels erkunden kann.

Fazit

Ein spannender Einblick in die Welt der Selbstdarstellungen von Künstlerinnen, der fesselt, fasziniert und eine Vielzahl an unbekannten Aspekten offenbart. Ein neuer, innovativer Museumsführer, der vor allem für Stammgäste neue Touren durch das Museum bietet. Wie gut, dass ich unlängst eine Jahreskarte gekauft habe, demnächst werde ich das KHM mit Buch und Plan wieder besuchen kommen.

Facts

  • Titel: Neue Einblicke in das Kunsthistorische Museum
  • Autor_innen: Philipp Blom / Veronica Buckley
  • 232 Seiten / 100 Abbildungen
  • Brandstätter Verlag
  • Preis: ca. € 22 (in Ö)

Diese Rezen­sion erscheint im Rah­men des #art­book­fri­day, ins Leben gerufen von Muse­um­lifestyle. Das Buch haben wir selbst erworben.

#FutureMW

Ende Februar/Anfang März erschien die App KHM Stories des Kunsthistorischen Museums, zunächst dachten wir, dass das Buch und die App irgendwie zusammengehören, da beide, App wie Buch sich jeweils einem Oberthema, wie Eros (Buch) bzw. Love kills (App) widmen. Allerdings steuern beide jeweils andere Kunstwerke an, gemeinsam ist ihnen das Konzept der Thementour und das die Kunstwerke über das Kunsthistorische Museum verstreut sind.

Über die App

Die App soll sich laut KHM an ein breites Publikum richten, setzt aber einen besonderen Schwerpunkt auf jüngere, heimische Besuchergruppen (so der Pressetext zur App). Spielerische Elemente, wie Überlagern mit einem Röntgenbild, Zusammensetzung eines Kunstkammerstücks oder ein Quiz sollen die Touren dem User schmackhaft machen.Die Touren sind auf Deutsch, Englisch, Türkisch und Bosnisch/Kroatisch/Serbisch verfügbar, laut dem Pressetext soll damit die App dem Motto des heurigen Jubiläums „Museum für Alle“ Rechnung tragen.

Die Abbildungen sind Printscreens aus der App, angefertigt mit dem Iphone 5S. Vorstellen möchten wir den Rundgang „Love kills“, der 9 Stationen umfasst und ca. 60 Minuten dauern soll (am Handy selbst und nicht vor Ort im Museum, ging es schneller). 

Startet man den Rundgang wird man von Amor in der Eingangshalle abgeholt und zum ersten Kunstwerk geleitet.

Das erste Kunstwerk der Führung ist das Gemälde „Venus und Adonis“ nach Annibale Carracci – Kopie eines unbekannten Künstlers (17. oder 18. Jahrhundert).

Der kleine Amor schildert zunächst aus seiner Sicht (entweder in Ton oder als Text zu lesen) seine Sicht der Geschichte, die im Gemälde dargestellt wurde. Danach erfolgt die Fortsetzung der Geschichte in dritter Person und der Verweis auf das (Vorsicht Spoiler 😉 !) – tragische Ende der Liebesgeschichte, die auf einem anderen Gemälde dargestellt wurde, das allerdings derzeit nicht im KHM zu sehen ist. Macht aber nichts, da die App das Bild „Venus beweint den toten Adonis, von L. Primo, um 1656, zeigt. Am Ende des ersten Kunstwerks bietet die App weiterführende Informationen – unter „Wer mehr wissen will“ rund um den Raum des KHMs, Carracci & Co.

Genug gespoilert – seht euch die App selbst an – sie kostet nichts und 2 Touren sind kostenlos.

Verfügbare Touren (Stand 29.3.2016)

Derzeit sind 3 Touren verfügbar, wovon die ersten beiden kostenfrei sind, die dritte, Magie, gekauft werden muss:

  • Love kills (9 Stationen – ca 41 MB – Dauer ca. 60 Minuten) – für Erwachsene
  • Monsterforschen leicht gemacht (10 Stationen – ca 41 MB – Dauer ca. 60 Minuten) – für Kinder und Erwachsene
  • Magie (10 Stationen, € 0,99 – die MB werden, ohne Kauf, nicht angezeigt – Dauer ca. 45 Minuten) – für Erwachsene

Fazit

Die App gefällt mir richtig gut, selbst daheim wird man virtuell durch das Kunsthistorische Museum zum Kunstwerk geleitet. Die Texte werden gesprochen, es kann aber auch nur der Text gelesen werden. Interaktive Elemente runden die App ab. Wir können es kaum erwarten, die App vor Ort auszuprobieren und jetzt bitte nicht stören – wir befinden uns gerade auf der Monster-Tour …

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