#artbookfriday – Wien – Geheimnisse einer Stadt Rätselhafte Zeichen – Verschlüsselte Botschaften

© Pichler Verlag – Styria

Es gibt Bücher, die schiebt man vor sich hin und es gibt solche, wo man am nächsten Morgen einen #Buchkater kuriert, weil man das Buch nicht aus der Hand legen konnte und keine Minute davon bereut, so geschehen im Fall von Wien – Geheimnisse einer Stadt Rätselhafte Zeichen – Verschlüsselte Botschaften von Gabriele Lukacs.

Wie eine wunderbare Schnitzeljagd durch Wien – in Buchform, vollgepackt mit wissenswerten Fakten, spannenden Geschichten, mysteriösen Geschehnissen, rätselhaften Symbolen, Codes, Zeichen und vieles mehr, findet sich in diesem Reise- und Kulturführer wieder.

Schnell befindet man sich beim Lesen im Sherlock Holmes Modus und kann es nicht erwarten selbst anhand des Buches, mit einem schwarzen Notizbuch (inklusive selbst gekritzeltem Plan und Notizen), Stift und Kamera ausgestattet, den vielen Mysterien nachzugehen.

Das durch wunderbare Fotos von Sven Posch begleitete Buch unterteilt Gabriele Lukacs in sechs Themenbereiche:

  • Magische Siegel
  • Die Habsburger Geheimschriften
  • Rätselhafte Zeichen
  • Verschlüsselte Botschaften
  • Zahlen- und Buchstabencodes
  • Bauhüttengeheimnisse am Stephansdom

Ruprechtskirche

Wie schon der Name des ersten Themenbereiches verrät, trifft hier nicht nur „Die Mitra von Wien – Ein Zeichen liegt über der Stadt“ (S.11), die die Grundsteinlegung der Stadt unter anderem auf ein ausgeklügeltes TAU-Muster des Himmlischen Jerusalem, das sich schützend über die Stadt legt (S.12). Es wird zugleich verraten, warum es bei der Anordnung der Kirchen nicht nur auf eine geographische Planung, sondern auch auf eine zeitliche und mathematische Planung ankam.

Mephistopheles: Gesteh’ ich’s nur! daß ich hinausspaziere / Verbietet mir ein kleines Hinderniß, / Der Drudenfuß auf eurer Schwelle–.

Faust: Das Pentagramma macht dir Pein? (S.17)

Warum das Pentagramm bei der Planung von Schönbrunn (S.17) eine große Rolle spielt und es nicht immer nur einen teuflischen Hintergrund wie bei Faust hat, wird auf spannende Weise dargeboten. Wie viel Bedeutung die Zahlenmystik hat, wird nicht nur bei der Errichtung des Schloss Neugebäude (S.27) von Kaiser Maximilian II. klar, sondern auch in bei der Symbolik der Zahl Drei bei der Errichtung der Pestsäule am Graben (S.35).

Hic est sepultus nobili stirpe dux Rudolphus fundator.

„Hier liegt begraben Rudolf der Stifter, aus vornehmem Geschlecht.“ (S.53)

Eine sehr spannende Thematik sprechen die Habsburger Geheimschriften an, die unter anderem auf die Kryptographie eingehen. (S.50) Das „Alphabetum Kaldeorum“ das nach seiner Entschlüsselung Herzog Rudolf IV. seinen Beinamen „der Stifter“ einbrachte, das „A. E. I. O. U.“ (S.57) Kaiser Friedrichs, die Mystik, die das „Voynich Manuskript“ umgibt (S.69), sowie die Hieroglyphen am Schönbrunner Obelisk (S.79) sind nur wenige der Beiträge, die das Entstehen eines Gesamtkonzepts Wiens prägten.

Stephansdom

Besonders gefreut hat mich, dass auf „Bauhüttengeheimnisse“ (S.181) näher eingegangen wird, da diese nicht nur für Kunsthistoriker einen wichtigen Bestandteil eines besseren Verstehens und Nachvollziehens von Bauwerken in vielerlei Hinsicht bedeuten. Immer wieder ertappt man sich, dass man ein Bauwerk erstmal als großes Ganzes betrachtet und man dann gern auf die Detail vergisst, die einem einen völlig anderen Blickwinkel eröffnen.

Es ist deshalb überaus erfrischend auf „Wo der Stein spricht – Unerforschliches St. Stephan“ (S.181) sowie auf „Das Geheimnis der Zahl 37 – Der Schlüssel zum Dombau“ (S.193) zurückgreifen zu können, um den Stephansdom neu zu entdecken.

Fazit

Gabriele Lukacs Buch ist viel mehr als nur ein weiterer Reise- und Kulturführer. Es wird schon nach den ersten paar Seiten deutlich, mit wie viel Liebe zum Detail und Wissen hier gearbeitet wurde um ein Buch zu schaffen welches Wien von einer anderen Seite zeigt. Auf leidenschaftliche Weise, werden Geschichten und Geheimnisse und viel mehr von einer Stadt erzählt, die man in diesem Zusammenhang, egal wie viel man glaubt von Wien zu wissen so gar nicht kennt.

Man erfährt nicht nur wissenswertes zum Objekt, es entstehen zugleich Verknüpfungen zur Geschichte, Architektur, Kunst, Astronomie, Mystik, Symbolik und längst verloren geglaubten Schriften, die einen zum Nachdenken animieren und ins Grübeln bringen, ob man an anderen Objekten das eine oder andere bereits selbst nicht gesehen hat und wo man noch was neues entdecken könnte.

Kaufempfehlung? Unbedingt! Wer Wien mag, es aber von einer anderen Seite, die einem bis dato verborgen blieb kennenlernen möchte, wird viel Freude mit diesem Buch haben.

Es wird höchste Zeit, einmal eine Schnitzeljagt nach den versteckten Schätzen Wiens zu planen, denn wie Mr. Spock sagen würde, es ist faszinierend!

Facts

  • Titel: Wien – Geheimnisse einer Stadt Rätselhafte Zeichen – Verschlüsselte Botschaften
  • Autor: Mag. Gabriele Lukacs
  • 208 Seiten
  • Pichler Verlag – Styria
  • Preis: € 18,90

Wir danken dem Pichler Verlag – Styria für die Übersendung eines Rezen­sion­sex­em­plares ! Diese Rezen­sion erscheint im Rah­men des #art­book­fri­day, ins Leben gerufen von Muse­um­lifestyle.

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