Baby im Museum – Teil 6 – Wien Museum – „Ich bin ich“

Da die Ausstellung „ICH BIN ICH – Mira Lobe und Susi Weigel“ erst am 6.11.2014 im Wien Museum beginnt, können wir mit einem persönlichen Erfahrungsbericht noch nicht aufwarten. Trotzdem möchten wir auf die seit langem erwartete Ausstellung gerne hinweisen.

Vielen (heutigen) Eltern sind sicherlich die Bücher von Mira Lobe und Susi Weigel ein Begriff – Das kleine „Ich bin ich“, „Die Omama im Apfelbaum“, „Bimbulli“. Bücher, die ich selbst in meiner Kindheit ständig vorgelesen bekam, später selbst las, sogar die Figuren mit meiner Mutter nähte und mittlerweile selbst vorlese. Als Kunsthistorikerin stellte sich mir daher die Frage, wie kann man Kinderbücher in eine Ausstellung verwandeln ? Wie baut man dies auf, was gibt es zu sehen ? Der Pressetext des Wien Museums verspricht einiges und macht mich mittlerweile sehr neugierig auf die Ausstellung:

Konzipiert wurde die von Lisa Noggler-Gürtler kuratierte Ausstellung für Kinder und für Erwachsene. Mit Mittelpunkt steht „das erfolgreichste Duo der österreichischen Kinderbuchliteratur“ (Pressetext, S.1) – Mira Lobe (1913-1995) und Susi Weigel (1914-1990).

Thematisch und räumlich wurde die Ausstellung in vier Bereiche eingeteilt, gezeigt werden ausgewählte Aspekte von Lobe und Weigel (Pressetext S. 4f):

  1. Sehnsuchtsort
  2. Gemeindebau
  3. Freiraum
  4. Umspannwerk

Mit Sehnsuchtsort werden die „Utopien des Alltags“ zum Thema gemacht, wie sie zB in Büchern wie „Bärli Hupf“ (1957), „Eli Elefant“ (1967), „Komm, sagte die Katze“ (1975) oder „Valerie und die Gute-Nacht-Schaukel“ (1981) vorkommen. Eine Suche nach Veränderungsmöglichkeiten von Lebensumständen und das Erkennen von Handlungsoptionen im Rahmen von manchmal rein fiktiven Abenteuern.

Das Stiegenhaus als Ort der Begegnung, „Der Apfelbaum“ (1980) als Heimat vieler Tiere, Gemeinsamkeiten und Solidarität mit anderen. Um diese Punkte geht es im zweiten Ausstellungsbereich „Gemeindebau“.

Freiraum widmet sich dem Verhältnis von Lobe zu ihren IllustratorInnen, vor allem zu Susi Weigel. Der Arbeitsprozess, der von gegenseitigem Respekt geprägt war, aber auch die Verschränkung von Bildsprache und Sprachbildern steht im Mittelpunkt des dritten Ausstellungsbereich. Auch die Zusammenarbeit von Lobe und weiteren IllustratorInnen wie Angelika Kaufmann, Winfried Opgenoorth oder Christina Oppermann-Dimow werden gezeigt.

Der letzte Ausstellungsbereich „Umspannwerk“ wurde nach einem Begriff von Mira Lobe benannt. Hier soll es um die Umsetzung von brisanten Themen in Text und Bild, ohne zu pädagogisieren oder banal zu werden, gehen (Pressetext, S.5)

Erhältlich ist auch ein Katalog – Ich bin ich. Mira Lobe und Susi Weigel. Herausgegeben von Ernst Seibert, Georg Huemer und Lisa Noggler-Gürtler, erschienen im Residenz Verlag, 256 Seiten umfassend, zu einem Preis von € 26,-. Eine ausführliche Besprechung folgt.

Zu guter Letzt einige (bereits sehr bekannte) Bilder, die Lust machen, die Ausstellung „Ich bin ich“ so bald wie möglich zu besuchen:

„Das Kleine Ich bin ich” von Mira Lobe, 1972 Illustration von Susi Weigel © Verlag Jungbrunnen
Illustration von Susi Weigel zu „Das kleine Ich bin ich“, 1972 © Verlag Jungbrunnen
„Bimbulli“ von Mira Lobe, 1964 Illustration von Susi Weigel © Verlag Jungbrunnen
„Das Städtchen Drumherum“ von Mira Lobe, 1970 Illustration von Susi Weigel © Verlag Jungbrunnen
Illustration von Angelika Kaufmann zu „Komm, sagte die Katze“, 1975 G+G Verlag © Angelika Kaufmann

Facts zur Ausstellung

KünstlerInnen: Mira Lobe (1913-1995), Susi Weigel (1914-1990) ua.

Ausstellung: „ICH BIN ICH – Mira Lobe und Susi Weigel“

Dauer: 6.11.2014 bis 1.3.2015

Ort: Wien Museum, Karlsplatz, 1040 Wien

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und Feiertag: 10:00–18:00

Eintrittspreise: Normal: € 8,–, Ermäßigt: € 6,-, Kinder unter 19 Jahre: Eintritt frei.

Besonderheiten: Jeden ersten Sonntag im Monat für alle Besucher freier Eintritt !!

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