SILVER AGE – RUSSISCHE KUNST IN WIEN UM 1900

Vom 27. Juni bis 28. September 2014 zeigt das Belvedere russische Kunst in Wien um 1900 und widmet sich den Fragen der kulturellen Verbindungen zwischen Russland und Österreich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die kulturelle Blüte in der russischen Literatur und bildenden Kunst nach 1900 wird als Silbernes Zeitalter bezeichnet.

Der Pavillion von Karl Schwanzer ist an sich allein einen Besuch wert und bietet auch einen perfekten Rahmen für die Kunst des 20. bzw. 21. Jahrhunderts. Gefreut haben wir uns auf die Wotruba-Sammlung, allerdings waren wir von dem Gebotenen etwas enttäuscht. Die wenigen, aber dafür sehr feinen gezeigten Werke (vor allem das Modell der Kirche in Mauer), werden Fritz Wotruba nicht ganz gerecht. Etwas mehr Exponate, wären in diesem Fall nicht schlecht gewesen. Das führt uns zum nächsten Punkt, die Ausstellungsräumlichkeiten: der Raum, der Wotruba-Ausstellung ist zu klein. Im ersten Stock waren kaum Werke zu sehen, insgesamt wirkte die Utopie Gesamtkunstwerk – Ausstellung auf die Räumlichkeiten des EG und 1. OG sehr großzügig verteilt.

Makart – Ein Künstler regiert die Stadt

Wer Hans Makart sehen möchte, dem sei ein Kombi-Ticket um € 14,- empfohlen mit dem auch die Ausstellung im Unteren Belvedere besucht werden kann. Womit es auch zwangsläufig zum Vergleich beider Ausstellungen kommt. Während man in die Belvedere – Makart – Ausstellung quasi hineinfällt, bietet das Künstlerhaus am Beginn eine sehr ausführliche Schautafel mit dem Leben von Hans Makart. Die Kunsthaus-Ausstellung wirkte insgesamt besser konzipiert, folgt einem durchaus logischen Ablauf. Dennoch ergänzen sich beide Ausstellungen sehr gut.

Schiele – Makart – Abtenauer Altar 

Bei unserem Besuch lief in der Orangerie noch die Schiele-Portrait Ausstellung bzw. begann gerade in den Räumlichkeiten des Unteren Belvedere die Hans Makart Ausstellung (seit dem 9.6.). In den Prunkstallungen ist neben der Mittelaltersammlung immer ein „Aktuell restauriert“ Objekt ausgestellt, zur Zeit der Abtenauer Altar von Andreas Lackner, der stellvertretend für das Schicksal von gotischen Flügelaltären steht. Diese wurden zerlegt, zersägt, auseinander genommen und ihre Bestandteile oft in die verschiedensten Ecken der Welt verstreut.