Das Leopold war leer!

Es war kein Opening, kein Pre-Opening, sondern vielmehr ein Pre-Pre-Opening, zudem das Museum Leopold die Instagramer geladen hatte. Sehen und bestaunen konnte man die aktuellen Ausstellungen zu Berlinde De Bruyckere (08.04. – 05.09.2016) und Wilhelm Lehmbruck (08.04. – 04.07.2016) unter der Leitung von Hans-Peter Wipplinger.

Nachdem sich die geladenen Gäste ein wenig umschauen und fotografieren durften, führte Mag. Alexandra Matzner durch die Ausstellungen.

Die belgische Künstlerin Berlinde De Bruyckere setzt sich in ihrem Œuvre mit dem menschlichen Körper auseinander. Die gesichtslosen Skulpturen aus Wachs wirken lebendig, hinterfragen allerdings die menschliche Existenz, sowie Schmerz, Leid, Tod und Leben.

Ihre ikonographischen Arbeiten werfen die religionskritische Theodizee-Frage auf, die auf den Aufklärer Gottfried Wilhelm Leibniz zurückzuführen ist, und in kurzem wie folgt gestellt werden kann: warum Gott wenn Leid?

Die Ausstellung ist sehr geladen und lehrreich, allerdings muss man dafür auch bereit sein. Manch einen können die Skulpturen erschüttern, da sie als makaber empfunden werden können, oder aber man öffnet sich der Perspektive oder dem Blick, die Berlinde De Bruyckere dem Betrachter bietet und hinterfragt somit seine eigene Existenz und den Sinne des Lebens.

Anschließend konnte man die Werke von Wilhelm Lehmbruck bewundern. Sein Œuvre ist für die Skulptur des 20. Jahrhunderts sehr prägend. Auch bei ihm spielt die Körperlichkeit eine tragende Rolle.

Um von der Homepage des Museums zu zitieren (denn ich finde keine bessere Formulierung): „Sie (seine Werke) spiegeln die Sensibilität und Zerbrechlichkeit von Lehmbrucks Charakter sowie seine zutiefst auf Humanität begründete Haltung wider und zeichnen sich durch eine Introversion der Gebärden bei gleichzeitiger starker innerlicher Beseeltheit der Figuren aus. Es sind Gefühlszustände wie Verzweiflung, Trauer, Scham oder Melancholie, die die In-sich-gekehrten Körper aufladen und ihnen einen besonderen Ausdruck suggestiver Körpervorstellung verleihen.“

Lehmbrucks Arbeiten wurden von Werken u.a. von Auguste Rodin, Aristide Maillol, Constantin Brâncusi oder Käthe Kollwitz und Egon Schiele begleitet.

Unter den Hashtags #LeopoldMuseum #EmptyMuseum #Lehmbruck #Bruyckere #IgersAustria durfte in den Ausstellungen fotografiert und auf sozialen Netzwerken, wie beispielsweise Instagram veröffentlicht werden.

 

Und ja! Die Instagramer konnten in Ruhe jagen… Das Museum war leer!

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