Auf meinem Blog – cultural-heritage.de – beschäftige ich mich mit den Themen Kulturgüterschutz und Provenienzforschung, also mit der Frage nach Herkunft und Verbleib von Kunstwerken, die in der NS-Zeit geraubt wurden. Ein internationales Thema, aber stets auch mit einem Bezug zur Stadt Wiesbaden, da diese in der direkten Nachkriegszeit eine spannende Rolle gespielt hatte, als die Amerikaner im Museumsgebäude einen Central Collecting Point für die aufgefundenen Kunstwerke einrichteten.

Als Kind habe ich mit der damals so unhandlichen Kamera meines Vaters, recht überzeugt und stolz von meinem Können, Selbstporträts (Gesicht inkl. Nahaufnahmen der Nase, Augen, Mund oder Beine, Füße etc.) angefertigt. Mir war allerdings das finanzielle Ausmaß verschossener Filme unbekannt, somit erfreuten sich meine Eltern des öfteren 36 Fotos gänzlich von mir entwickeln zu dürfen. Wer hätte sich in den 90ern vorstellen können, dass im 21. Jahrhundert das mobile Telefon auch fotografieren kann? Ich erinnere mich an diese archaische Zeit, als meine Mutter liebevoll: „Geh aus dem Internet, ich muss mal telefonieren!“ ins Kinderzimmer schrie. Mittlerweile hat meine Selbstporträt-Kunst der 90er Jahre, welche ihre Inspiration einem netten Briten namens Mr. Bean entnommen worden ist, sogar eine Begrifflichkeit erhalten: Selfie. Zugegebenermaßen, Mr. Bean war es… Er hat meines Erachtens diese Form der Autofotografie verkörpert.

Die documenta 13 eröffnete am 9.6.2012 und hatte bis zum 16.9. 2012 ihre Pforten geöffnet. Anfang Juli besuchten wir nach der Biennale in Berlin einige Tage Kassel und waren restlos begeistert.

Gut zu Fuß sollte man allerdings sein, da die documenta ihre Stationen weit über die Stadt verteilt hat. Neben dem Fridericianum, dem Ottoneum, der documenta-Halle, dem Hauptbahnhof, der Orangerie, der Karlsaue uvm. in Kassel sind aber auch Kabul-Bamiyan in Afghanistan, Banff und Alexandria-Kairo in Ägypten Orte der documenta.