Jim Dine. I Never Look Away

Jim Dine Auf der Ardmore Avenue, 2009
Albertina, Wien © 2016 Jim Dine | ARS, NY | Bildrecht, Wien

Albertina,  23.06. – 02.10.2016 #AlbertinaDine

Heute eröffnet die Ausstellung Jim Dine. I never look away in der Albertina. Um 18:30h werden die Türen für das Publikum eröffnet und es wird sicherlich spannend werden, da der Künstler vor Ort sein wird. In-arcadia-ego hat die Ausstellung schon am Vormittag besichtigen und Jim Dine´s Introspektion betrachten dürfen.

Die gezeigten Selbstporträts umfassen u.a. zwei Vasen, welche besonders die intensive Auseinandersetzung mit dem Material verdeutlichen. Materialen spielten für Jim Dine eine wichtige Rolle: er arbeitet mit Tusche, Kohle, Acryl, Schmirgelpapier, usw. Er selbst beurteilte sich als „zeichnenden Maler“. Die Einordnung zu Popart ist auf seine dynamisch bunte und flächige Malweise der 60er zurückzuführen, er bezeichnet seine Kunst lieber als „contemporary art“.

Jim Dine Das Damebrett, 1959 Albertina, Wien © 2016 Jim Dine | ARS, NY | Bildrecht, Wien
Jim Dine
Das Damebrett, 1959
Albertina, Wien © 2016 Jim Dine | ARS, NY | Bildrecht, Wien

Circa sechzig Arbeiten der Schenkung, die Jim Dine im vorigen Jahr der Albertina überlassen hatte und über 250 Selbstporträts umfasst, werden präsentiert. Es ist zudem seine jüngste Arbeit Ich in Apetlon zu sehen – eine Lithographie, die in der burgenländischen Druckwerkstatt Chavanne entstanden ist.

Jim Dine Ich in Apetlon, 2016 Albertina, Wien © 2016 Jim Dine | ARS, NY | Bildrecht, Wien
Jim Dine
Ich in Apetlon, 2016
Albertina, Wien © 2016 Jim Dine | ARS, NY | Bildrecht, Wien

Im Vordergrund dieser Ausstellung steht die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Ich. Einerseits ist der Maler sein eigenes Modell, andererseits erkennt man an dem konzentrierten Blick die intensive Beschäftigung und Konfrontation mit dem Ich. Seine Suche pausiert kurz in den 60ern, doch prägt das Spiegelbild seine Kunst ab den 70ern bis heute. Zudem bieten ihm verschiedene Materialien die Möglichkeit den fokussierten Ausdruck künstlerisch zu finden.  Einige Werke wirken fast statisch, während andere mit offenem, fliegenden Strich freier gemalt scheinen.

Jim Dine Blick ins Dunkle #21, 1984 Albertina, Wien © 2016 Jim Dine | ARS, NY | Bildrecht, Wien
Jim Dine
Blick ins Dunkle #21, 1984
Albertina, Wien © 2016 Jim Dine | ARS, NY | Bildrecht, Wien

Ob die Suche nach dem Ich auch gleichzeitig die Suche nach dem adäquaten Ausdruck des Künstlers ist, bleibt im Verborgenen. Vielleicht ist es lediglich seine Art sich seiner Existenz zu vergewissern. Während die Fotografie ein Abbild der Wirklichkeit ist, kreiert Jim Dine über die Medien der Kunst seine Wirklichkeit, indem er dem Betrachter zeigt, wie er sich sieht.

 

 

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