Kaffee mit… Artissimi

Elisabeth Wolf (l.) und Katrin Kadletz (r.) | © Gabriele Paar Elisabeth Wolf (l.) und Katrin Kadletz (r.) | © Gabriele Paar

Es verspricht ein wunderschöner Tag zu werden, der Herbst liegt noch längst nicht in der Luft und ein angenehmer Spätsommertag zeichnet sich ab. Ich bin auf dem Weg ins Café Mozart, wo ich die beiden Damen treffen werde, die hinter dem Projekt „Artissimi“ stehen.

Wenig später sitze ich mit Elisabeth Wolf und Katrin Kadletz beim Kaffee. Schnell wird klar, hier trafen zwei passionierte Entdeckernaturen aufeinander, die es auch verstehen, zu genießen. Man spürt förmlich die Leidenschaft, sobald sie über ihre „KulTouren“ – so heißen die Stadtspaziergänge von Artissimi – sprechen. Die Vorfreude auf die neue Saison ist groß und die zwei wunderbaren Stunden bei Espresso und Cappuccino verfliegen nur so.

Wie ist die Idee zu Artissimi entstanden?

Elisabh Wolf | © Gabriele Paar
Elisabeth Wolf | © Gabriele Paar

EW: Vor einigen Jahren habe ich eine Freundin in London besucht, die damals meinte: „Ich tu mir was Gutes.“ Ich dachte zuerst, sie würde in ein Spa fahren. Tatsächlich aber begann sie ihre Mitgliedschaft in einem Kulturklub namens „The Exhibition Circle“. Zu diesem Zeitpunkt war sie schon ein Jahr auf der Warteliste.

Ich hatte das Glück, selbst einmal dabei sein zu dürfen. Zu dem Zeitpunkt war sehr viel los in London, alle Auktionshäuser hatten große Shows und wir gingen in vier verschiedene Galerien. Am Ende der Tour waren plötzlich alle weg. Ich stand dann alleine dort und dachte mir: Schade eigentlich, ich hätte mich ganz gerne noch ein wenig ausgetauscht. So ist die Idee zu Artissimi entstanden.

EW: Bis zur Gründung von Artissimi gab es so etwas nicht in Wien. Aber ich wollte immer auch diesen gesellschaftlichen Teil.

Katrin Kadletz | © Gabriele Paar
Katrin Kadletz | © Gabriele Paar

Ab diesem Zeitpunkt ging alles sehr schnell. Eines führte zum nächsten, ich lernte Katrin kennen und fragte sie damals, was sie von der Ideen halten würde. „Das ist genial, das machen wir!“, war ihre Antwort. Bei der Frage der „Social Points“ am Ende eines jeden Spazierganges war sie jedoch deutlich skeptischer…

KK: Super skeptisch! Aber es hat sich wunderbar entwickelt. Tatsächlich hat sich der Austausch unter den Teilnehmern zu einem wichtigen Bestandteil der Führungen entwickelt. Immer öfter hören wir von Treffen jenseits unserer gemeinsamen Spaziergänge, die Menschen bringen sich gegenseitig ihre Buchempfehlungen mit und es entstehen Freundschaften.

KK: „Wir sehen uns nicht oft, aber doch regelmäßig und es entsteht eine Vertrautheit, sogar Freundschaften. Ich bin immer erstaunt und angenehm berührt, wie interessant diese Damen und Herren sind und wie viel Freude und Wissen sie einbringen.“

Warum haben sie sich für das Konzept „Abonnement“ entschieden?

Elisabeth Wolf und Katrin Kadletz | © Gabriele Paar
Elisabeth Wolf und Katrin Kadletz |
© Susanne Buchinger

EW: Der Vorteil des Abonnements liegt darin, dass wir für unsere Teilnehmer die Planung des gesamten Kulturjahres übernehmen. Ein kurzes Telefonat oder ein Mausklick reichen. Außerdem spannt sich auch thematisch ein Bogen über das ganze Jahr. Obwohl wir immer sehr unterschiedliche Themen anbieten, lernt man doch mit jedem Spaziergang dazu und erfährt Neues über die eigene Stadt.

So fügt sich mit jeder Tour ein weiteres Puzzleteilchen zu einem neuen Ganzen. Ein Erlebnis, das mit einer Einzeltour nicht möglich wäre.

KK: Planbarkeit ist ein gutes Stichwort: Wir geben die Termine unserer Stadtspaziergänge immer schon im Juni bekannt. Unser Publikum besteht aus sehr aktiven und interessierten Leuten, die viel reisen, sich viel Kunst anschauen und dankbar sind, dass die Artissimi Vormittage so früh ausgeschrieben werden.

Was macht Artissimi besonders, was unterscheidet sie von anderen? Was ist Ihre Vision?

EW: Unsere Vision ist es, dass Artissimi ein gängiger Name wird, mit dem man Kunstvermittlung auf höchstem Niveau verbindet. Uns ist es auch wichtig, Wien als moderne Stadt zu zeigen, das „Andere“ nicht wegzulassen und jene Begeisterung für die Stadt zu vermitteln, die wir selbst nach wie vor haben.

Es geht uns darum, den Enthusiasmus zu wahren und „frisch“ und mit Esprit zu vermitteln.

© Gabriele Paar
© Gabriele Paar

KK: Für mich soll Artissimi für das Entdecken stehen. Viele Ecken von Wien sind unter Einheimischen doch nicht so bekannt, wie ich zu Beginn dachte. Den Zentralfriedhof kennen vielleicht mehr ausländische Touristen als Österreicher. Wenn wir dann hören „da wollte ich schon so lange einmal hin“, freut uns das ganz besonders.

Darüber hinaus gibt es Orte, für mich ist es jetzt gerade das Literaturmuseum, wo wir selbst sehr oft hingehen, zuhören, lernen, lesen und so lange an der Präsentation der Themen feilen, bis wir eine interessante Führung für unsere Gruppen zusammengestellt haben. Ich liebe diese Herausforderungen!

Neben PAINTING 2.0 im MUMOK oder einem Altstadt Spaziergang durch die verträumten Gassen Wiens ist einer ihrer Programmpunkte Streetart, wie sind sie dazu gekommen?

EW: Streetart hat mich schon immer fasziniert. Als ich die Ausbildung zur Fremdenführerin gemacht habe und wir damals den Donaukanal entlang fuhren, habe ich erfahren, dass die Stadt Wien mit der Aktion „Wiener Wand“ legale Wände für Graffitikünstler geschaffen hat. Später habe ich eine Tour in London mitgemacht und da habe ich schon gewusst, sowas will ich auch nach Wien bringen.

KK: „Die Spezialführungen sind die‚

Zuckerl‘ für unsere Abonnenten.“

Was zählt zu den Highlights der neuen Saison?

EW: Unser Saisonstart „Painting 2.0“ im MUMOK, unserem Partner, war sehr schön. Letzte Woche gab es die erste Sonderveranstaltung „Einbeinhüpfen im Teesalon“. Es war eine ausverkaufte Schauspieler-Lesung im und über das Hotel Bristol. Im Anschluss durften alle einen Blick in die Windsor Suite werfen.

Am 29. September bieten wir einen Fotowalk zwischen Dämmerung und Einbruch der Dunkelheit mit Susanne Buchinger und Gabriele Paar.
Dann kommt ein schöner Spaziergang durch die versteckten Innenhöfe der Stadt und danach ein musikalischer Spaziergang, den wir gemeinsam mit der Haydn-Gesellschaft Wien und Christoph Angerer geplant haben. Ich werde einen Teil der Führung machen, Christoph Angerer wird den musikalischen Teil in der Universitätskirche übernehmen, wo wir in den Genuss eines exklusiven Orgelkonzerts kommen werden.

KK: Diese Spezialführungen sind unsere „Zuckerl“. Das sind teilweise Erlebnisse, die man nicht wiederholen kann. Unsere Abonnenten kommen in den Genuss von einer Woche Vorbuchungszeit. Die Touren, die wir im Abonnement haben, kann man jederzeit buchen oder einem lieben Menschen ein schönes Geschenk damit bereiten.

Wird ihnen von der letzten Saison etwas ganz besonders in Erinnerung bleiben?

KK: Der Running Gag der letzten Saison war „Die Fliederblüte am Zentralfriedhof“. Wir hatten dort eine wunderschöne Führung, nur leider ohne Flieder, dort wächst fast keiner, was wir bei der Planung übersehen hatten. Wir haben danach einen Kurzbesuch am St.Marxer Friedhof angehängt, dort hat uns Duft des blühenden Flieders schon beim Eingang umfangen.

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Elisabeth Wolf und Katrin Kadletz | © Susanne Buchinger

EW: Wir freuen uns schon sehr auf unsere Gäste. Als wir letzten Juni zum Saisonende alle zusammen saßen und uns über unsere Urlaubspläne ausgetauscht haben, hatte ich beinah ein Gefühl von „Schulschluss“.

Artissimi, das ist wie Urlaub in Wien.

Jeder ist herzlich willkommen!

Fast Forward

So wie unser Kaffee mit Artissimi im Café Mozart ein Vergnügen war, so war es auch der Saisonstart im MUMOK. In angenehmer Gesellschaft führte unser Spaziergang vom Maria-Theresia Platz, über die Mariahilfer Straße zum Casa Piccola, durch das Museumsquartier ins MUMOK, wo wir von einer der Kuratorinnen der Ausstellung „PAINTING 2.0, Malerei im Informationszeitalter“ höchstpersönlich durch die Ausstellung geführt wurden.

Man vergisst einfach die Zeit und bleibt dank Head Set „live dabei“, ohne die Ohren spitzen zu müssen. Die angenehme Atmosphäre, das gut durchdachte Konzept und vor allem die Leidenschaft, die Katrin Kadletz und Elisabeth Wolf auf Artissimi übertragen, machen diese Touren zu etwas ganz Besonderem.

Merci für den #Kaffeemit Artissimi und dass wir beim Saisonstart im MUMOK zu Gast sein durften!

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© Artissimi

• Web Seite: artissimi.at
• Programm:
Abonnement Saison 16/17, 8 Touren (ab 11/2016)
Winterabonnement Saison 16/17, 5 Touren

 

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