Kaffee mit… Gert Resinger

Gert Resinger, you know what i mean, 2012, 121x208cm, acrylic on cardboard, framed | © Gert Resinger

Ich treffe den Künstler Gert Resinger im Espresso, 1070. Er sitzt an einem blauen Tisch im Gastgarten, nippt gerade an seinem Kaffee und schaut mich etwas träge an. „Ich war gestern bissl aus“, sagt er gelassen.

Gert Resinger, €€ | © Gert Resinger
Gert Resinger, €€, cprint auf Holz, lackiert,
2015 | © Gert Resinger

Ich bestelle auch einen Kaffee und versuche mich dem gemütlichen Style anzupassen. „Willst du mir was von dir erzählen?“ – „Ich war gestern auf einem Geburtstag. Ein Freund, auch Künstler, er ist 40 geworden und wir haben in einer kleinen Galerie im 3. gefeiert.“ Gert spricht sehr langsam, er scheint ziemlich müde zu sein. Der Abend ist offensichtlich ausgeartet. „Dementsprechend geht´s mir heute“, gibt er unverblümt zu. Ich biete ihm an das Interview zu verschieben, doch er ist zuversichtlich, dass der Kaffee bald Wunder wirkt.

Gert berichtet, dass er momentan die Wohnung mit seiner Freundin Anne-Sophie Wass, die auch Künstlerin ist, renoviert, damit ihre Tochter ein eigenes Zimmer erhält. Unser Smalltalk wird kurz unterbrochen, mein Kaffee wird gebracht. „Sonst mach´ ich im Augenblick nicht viel“, sagt er. „Das ist natürlich die beste Grundlage für unser Interview“, erwidere ich. Gert lacht.

Gert Resinger, Selbstporträt | © Gert Resinger
Gert Resinger, Selbstporträt als Schaf, Kunststoff, Karton, Holz, bemalt Haare, 2016 | © Gert Resinger

„Vom Künstler wird immer erwartet, dass sie permanent etwas machen, dass sie produktiv sind und dauernd irgendwas raus ballern. Das ist lächerlich“, argumentiert er. Ich stimme zu und meine, dass gewisse Erwartungen der Realität nicht entsprechen. Letztendlich muss man von seiner Arbeit leben können.

Einerseits dreht sich die Kunst stets um Produktion, andererseits um den Verkauf, klärt mich Gert auf. Das scheint ihm nicht zu gefallen. Im Bereich des Designs ergeben diese Begriffe Sinn, aber in der Kunst sind „[…] die Künstler erpicht darauf kritisch zu sein und sich mit der Welt sozusagen auseinanderzusetzen, aber in Wahrheit versuchen sie verzweifelt sich in eine Struktur einzufügen, die sie offensichtlich nicht sprengen können.“ Mit Struktur meint Gert den Markt (lat. mercatus – Handel, zu merx – Ware).

Der Kunstmarkt ist der Kunstmarkt.
Da gehts um Kohle…

… […] Für mich gehört zur Kunst nicht nur irgendwas zu malen oder zu produzieren, sondern es geht in Wirklichkeit um eine gewisse Art, wie man sein Leben gestaltet und wie man sich zur Gesellschaft positioniert.“ „Meinst du damit eine Form von Ethik (griech. ἠθική (ἐπιστήμη) ēthikē (epistēmē) – das sittliche (Verständnis), von ἦθος ēthos – Charakter, Sinnesart): wie soll man leben, was ist genug, was soll ich tun, womit ist man zufrieden, was macht glücklich?“ Gert nippt an seinem Kaffee und nickt mir stimmend zu. Ob man diese Lebensweise auf die Kunst übertragen könnte? Ich weiß es nicht, Gert auch nicht.

Politische Kunst interessiert ihn, „wobei ich diesen Terminus strange finde, weil die Frage ist doch: was macht die Kunst politisch?“ Geht es primär um die Message im Bild oder darum für wen die Kunst zugänglich gemacht wird? Gert stimmt mich nachdenklich. Er ergänzt seine Überlegungen mit dem Beispiel der Streetart. „Es heißt Streetart und nicht art. Es hat einen Label bekommen, um es vermarkten zu können. Mittlerweile findet Streetart mehr in der Galerie statt, als auf der Street. Es ist mit Popart vergleichbar – es ist zur Marke (brand) geworden“, kritisiert er. Die Ursprünge der Streetart sind als Gegenbewegung zur kommerziellen Kunst zu betrachten – urbane Kunst für einen größeren, öffentlichen Personenkreis. Doch Gert hat Recht. Heutzutage werden Wandteile abgetragen und an private Kunstsammler versteigert/verkauft.

Politische Kunst ist ein Paradoxon…

…, weil das würde eine Liberalisierung der Kunst für eine größere Masse bedeuten, das verfälscht den Begriff der Kunst.“ Man müsste sich zunächst über die Wertigkeit von Kunst klar werden, ist sich Gert sicher. Ich erwähne das Beispiel Gráfica reportes de condición, 2010-16, des Künstlerkollektivs Tercerunquinto, hier wird die Kunst zur Politik. Wir diskutieren angeregt.

Gert Resinger, Nein-Tisch, Holz, Text | © Gert Resinger
Gert Resinger, Nein-Tisch, Holz, Text | © Gert Resinger

„Das Problem ist, dass oft standardisierte, künstlerische Produktionsmechanismen angewendet werden, um eine ursprünglich politische Botschaft […] in einer Kunstinstitution zu einer Wertanlage zu pushen“, sagt er. Sowohl die Begriffe Politik und Kunst, als auch ihr Verhältnis zueinander müssten vorab definiert werden. Ein schwieriges Unterfangen, denke ich mir. „In dem Moment, wo die Politik in den Kunstraum transportiert wird, wird sie eigentlich aufgelöst. […] Durch die Ästhetisierung verliert sich das politische Potenzial.“ Gert gibt mir ein anschauliches Beispiel: die politischen Aktionen der Identitären. „Sie haben eine Ästhetik entwickelt. Ästhetik und Aktion stehen bei ihnen im Vordergrund. Viele, die dort mitmachen – und davon gehe ich mal aus – wissen gar nicht, was dahinter steht. Aber die Ästhetik passt: es gibt eine Einheitsflagge, eine Einheitsparole, lustige Aktionen etc. Die Agenda spielt dann kaum mehr eine Rolle“, bemerkt er. Obwohl Gert doch recht k.o. zu Beginn unseres Interviews war, entwickelt sich unser Treffen zu einem sehr spannenden Diskurs, stelle ich fest. Das liegt wohl wirklich an dem Kaffee…

Gert Resinger, Ich gebe es zu | © Gert Resinger
Gert Resinger, Ich gebe es zu, cprint,
2015 | © Gert Resinger

„Mir ist es wichtig eine Unterscheidung zu treffen“, werfe ich ein. 1. „Politik in der Ästhetik ist auf dein Beispiel zurückzuführen, d.h. dass die politische Message durch Kunst verschwinden oder verschwimmen kann“, halte ich fest. Damit ist die Kunst als Ausdrucksmittel herrschaftlicher Positionen gemeint. Ergo, die Kunst im Namen der Politik: einerseits die Darstellung von Stiftern, andererseits eine Darstellung von Ideologien und Systemen, die als Staatskunst und/oder Nationaldenkmäler postuliert werden – das hat eine lange Tradition. Hier wird die Politik zur Kunst.
2. Dem Beispiel der Identitäten könnte man demnach eine Ästhetik in der Politik, im Sinne einer Inszenierung der Politik, zuschreiben.
3. Die Politisierung der Ästhetik (z.B. Performanz und Happenings) soll hingegen durch sinnliche Erfahrung soziale Gesellschaftsstrukturen aufzeigen. Diese sichtbare, bewusste, ästhetische Erfahrung fördert eine Art Verstehen-Wollen oder vor-Augen-führen und somit eine Auseinandersetzung. „Eine Ästhetik, die politisiert, die den Betrachter dazu bringt über Politik und das Weltbild nachzudenken“, ergänze ich.

Gert stimmt zu und führt kritisch fort: „Ich möchte nicht Menschen als oben/unten/Mitte/links/rechts (das sind lediglich Vereinfachungen) innerhalb der Gesellschaft klassifizieren, aber – ich glaube – , dass prinzipiell ein Großteil der Gesellschaft nicht durch Kunst erreicht wird. Meine Kritik ist im Endeffekt die, dass es – vielleicht lehne ich mich zu weit raus – zu einfach ist zu sagen, dass etwas revolutionär/politisch/radikal/o.Ä. ist, wenn es doch in diesem geschützten Rahmen stattfindet.“

Wie kann man denn viele Leute erreichen?

Gert Resinger, Fleisch, Textilien, 2014 | © Gert Resinger
Gert Resinger, Fleisch, 600x350cm, Textilien, Holz, Kette, 2013 | © Gert Resinger

„Das ist ein weiterer Punkt: wie wird die Kunst wahrgenommen, was soll eigentlich Kunst sein, welche Erwartungen werden an die Kunst gestellt?“, erwidert Gert energisch. Wir reden über Marina Abramovic, der oftmals massentaugliche, kommerzielle Kunst unterstellt wird, und Sanja Ivekovic, die bei ihrer Ausstellung 2012 im MoMa, New York, 5000 Besucher pro Tag hatte. „Das sind  Frauen, die eine steile Karriere hingelegt haben, dafür auch hart gearbeitet haben – das muss man auch dazu sagen – und es geschafft haben, sich in dieser patriarchalen Struktur durchzusetzen, sodass sie plötzlich Superstars sind. Und genau dann setzt diese Kommerzkritik ein, das ist jetzt zu massentauglich. Das sollte aber Kunst sein, nämlich massentauglich, vor allem wenn sie politisch ist“, fügt er hinzu.

Was sind denn deine Erwartungen an deine Kunst?

„Ich erwarte mir nichts von meiner Kunst“ antwortet Gert. Ich schaue ihn etwas verdutzt an. „Ich mache Kunst und Design, weil es mir gefällt. Damit verbringe ich gern meine Zeit. Was soll ich mir denn erwarten?“, fragt er mir. Ich schaue noch immer verdutzt und schweige.

Audienz 2014 table, chair, textiles sice variable | © Gert Resinger
Gert Resinger, Audienz table, chair, textiles sice variable, 2014| © Gert Resinger

Ich mache die Sachen, die ich mache…

dann arbeitet es für sich.

Wenn die Kunstwerke in der Galerie hängen, ist der weitere Prozess eher eingeschränkt, weiht er mich ein. Die Sammler, die Strukturen und alles weitere ergibt sich. Für Gert ist es wichtig, dass er mit seiner Kunst Zustimmung, vor allem von seinen Freunden, bekommt, dass die Arbeit, die ihm Spaß macht, auch den Leuten gefällt.

Wie willst du die Leute erreichen?
Den Diskurs anregen?

„Ich will sie mehr auf einer emotionalen Ebene erreichen“, sagt er und führt fort: „Nicht im Sinne einer Lektion in Sachen Politik, denn […] die Leute sind schon ein bissl weiter, als es den Anschein hat.“ Wir unterhalten uns über Gesellschaft, fehlerhafte Pauschalisierung von Schichten, den Wandel der letzten Jahrzehnte. „Es gibt keine perfekte Gesellschaftsform“, stellt er fest. „Es entwickelt und verändert sich tagtäglich.“ Gert macht eine kurze Pause, lehnt sich zurück, kratzt sich kurz am Nacken und sagt: „Wow, was für ein politisches Gespräch.“

„Ich hätte auf deine Frage auch sagen können, ich will die Leute mit meiner Kunst flashen. Ich weiß  aber gar nicht, ob die Intention eines Kunstwerkes immer eine politische Aussage oder Position implizieren muss. Es kann ja auch einfach radikal ästhetisch sein und daraus entsteht dann ein Momentum, wo eine – wenn es sein muss – politische Deutung zutreffen kann.“ Vieles passiert sicherlich unterbewusst oder ein aktuelles Zeitgeschehen ermöglicht eine neue Sichtweise, obwohl  die Absicht/Idee des Künstlers eine andere war. Das ist für einen Außenstehenden sehr schwer abzuschätzen.

 

Ich bin für das radikal Positive.

Gert Resinger, Money cash’hos, Wien, 2015 | © A.P.
Gert Resinger, Money cash’hos, Wien, 2015 | © A.P.

Nach dieser Aufwärmphase, sagt Gert plötzlich: „Jetzt kann ich dir erzählen, wie geil ich bin und was ich so für´n fancy shit mache.“ Ich lache. „Ich bin Gert Resinger, ich bin Künstler, Designer und Wonderboy. Ich mache Musik, hab 2-3 coole Projekte am Start.“ Ich lache noch immer. Er spricht mit einer nüchternen Gelassenheit und dennoch hört man eine leichte Ironie heraus, begleitet von kurzen, mutigen Nachdenkpausen auf der Suche nach den nächsten geistreichen Worten und ulkigen Formulierungen. Wir bestellen noch einen Kaffee, Gert ein Mittagessen.

Eigentlich hat Gert an der Angewandten unter Johanna Kandl und Thomas Zipp studiert. „Dort hab´ ich irgendwie ganz nette Leute kennengelernt und meine Skills ausgebaut. Und jetzt arbeite ich -…“ Nach einer kurzen Pause, sagt er noch „…damit“ und lacht hell auf. Ich lache mit und fange kurz zu husten an. Er redet ganz normal weiter und erzählt mir von seinen Studios, Ausstellungen, Vernissagen, sowie Parties.

Mit seiner Freundin Anne-Sophie Wass – „Quelle meiner Inspiration“ – arbeitet er an einem Projekt namens WEPRODUCTIONS. Die Idee dazu ist bereits 2012 entstanden, es folgten zwei Happenings. „Hier versuchen wir radikal ideologische Barrieren einzureissen. Es ist ein movement.“ Die Sachen auf der Homepage sind etwas älter, gesteht Gert, aber sie haben künftig vor dieses Projekt intensiv auszubauen. „Wie das Wort schon sagt, möchten wir viele Menschen einbinden und eine Plattform schaffen.“ Sie organisieren Ausstellungen, investieren in Projekte, versuchen Nachwuchstalente zu fördern und Leute aus verschiedenen Bereichen zu verknüpfen, um so andere Möglichkeiten zu schaffen und neue Fusionen herzustellen. „Die nächsten Projekte werden wahrscheinlich in Peking, China, stattfinden. Mal sehen, was dort so abgeht.“ Sein Essen wird geliefert. Er bedankt sich, schaut auf den Teller und fügt noch hinzu:

Was ist so unsere Agenda, wo findet man Gleichgesinnte und wo findet man Konkurrenz, um sich zu reiben? Das ist unser Antrieb.

Ich schlage eine Pause vor. Gert nickt kurz stimmend zu. Doch es entwickelt sich selbst beim Essen ein interessantes Gespräch, ich frage ihn was Kunst ist. „Es geht nicht so sehr um den Output, das gliedert sich in den Mechanismen schon ein, sondern in der Kunst geht es vielmehr darum, wie du bist und wie du dich zur Welt drehst. Nach dem Nachdenken, sich durchfühlen oder auschecken, ist das Resultat dann die Kunst. […] Kunst impliziert eine Art von: das Leben zu meistern. Man verwendet den Begriff für viele Sachen, weshalb es einen wässrigen Charakter erhält. In der Galerie bekommt Kunst Power: Wow, das ist ja Kunst! Das muss ja Kunst sein! Niemand weiß eigentlich, welche Faktoren dafür erfüllt werden müssen, aber dort ist es Kunst. Der Begriff der Kunst trägt zu einer Verharmlosung bei.“ Ich möchte wissen, ob er denkt, dass der Begriff der Kunst mittlerweile zu inflationär verwendet wird? Er antwortet prompt: „Nicht mittlerweile, sondern schon sehr lange.“ Er stochert kurz mit seiner Gabel am Essen.

Früher war jeder ein Künstler,
heute sind alle Überlebenskünstler.

Gert Resinger, Prothese | © Gert Resinger
Gert Resinger, Prothese, Karton, Holz, Kunststoff, Haare, 2011 | © Gert Resinger

Durch die digitalen Medien, entsteht sehr viel Potenzial, nicht nur in der Kunst, sondern auch in der Musik. Wir reden kurz über Lady Gaga, ihre Fähigkeit sich künstlerische Positionen zu verschaffen und dadurch eine größere Präsenz zu erhalten. Sie verleiht anderen Sachen eine neue Bedeutung, sie unterstreicht diese zudem.

Kunst sollte sich aus ihrem Rahmen wegbewegen. Gert kritisiert, dass die Besucher Kunst lediglich im Rahmen einer Galerie oder eines Museums sehen wollen und alles, was sich außerhalb befindet seinen künstlerischen Wert verliert.

Vor kurzen war er bei der Seebühne in Mörbisch. Er fände es spannend, wenn die Rollen vertauscht werden würden. „Die Operette, die auf der Seebühne stattfindet, sollte eigentlich in einer Galerie stattfinden. Und die abstrakte Kunst, die in der Galerie rumsteht, sollte eigentlich in Mörbisch auf der Seebühne stehen. Dann wäre das Potenzial für ein revolutionäres Moment wahrscheinlich größer, als die Situation, in die wir im Augenblick reinfahren.“

Es ist eine Ausrede für die Ausrede
für die Ausrede.

Einerseits, erachtet Gert, Kunst in seiner jetzigen Form als reines Entertainment, eine Form von berauschen, andererseits bietet genau dies auch neue Möglichkeiten und Ideen. „Diesen Kreislauf zu durchbrechen, das wäre genau der nächste Step – meiner Meinung nach – mit einem Begriff, der vielleicht gar nicht mehr Kunst heißt, sondern irgendwie anders, aber annähernd das bedeutet, was es einst bedeutet hat.“ Wenn ich mir die Entwicklung der Kunst von privaten Gemächern, zu den ersten Salons, von den ersten Museen und Privatsammlungen zu Warhols Factory, von den Galerien zu Off-Spaces anschaue, dann stagniert dieser Prozess im Augenblick. Was wäre wohl der nächste Schritt?

Die Welt ist draußen.

Gert Resinger, Wochenende, Schaufel, Besen, Glas, 2007-2009 | © Gert Resinger
Gert Resinger, Wochenende, Schaufel,
Besen, Glas, 2007-2009 | © Gert Resinger

Gert weiß, dass es „leicht [ist] zu kritisieren, aber das ist ein Teil des Prozesses.“ Er ist kreativ der Kreativität wegen. Viele fokussieren ihr Potenzial auf den Erfolg, vergessen dabei oftmals die Kunst per se. Das beginnt bereits schon an der Uni. Er benennt die Cliquenbildung als anschauliches Beispiel: sobald man nicht konform geht, wird ein möglicher Diskurs gebremst. „Es gibt auch gute Leute, die ausbrechen, aber sie sind so etwas wie Hippies. Sie werden vielleicht auch gar nicht so ernst genommen – noch nicht. Aber irgendwann werden das die Leute sein, die etwas bewegen werden.“

Mich erinnert seine Kritik an die aktuellen Thesen aus Wolfgang Ullrichs Buch Siegerkunst – Neuer Adel, teure Lust, erschienen im Klaus Wagenbach Verlag, Berlin, 2016. Gelungene Rezensionen  dazu wurden u.a. in Der Presse, der FAZ oder SZ veröffentlicht. Das Buch steht definitiv auf meiner To-do-Liste.

Gert Resinger, Placenta Manus, Holzschachtel | © Gert Resinger
Gert Resinger, Placenta Manus,
Holzschachtel | © Gert Resinger

Der Kunst möchte er keine Aufgaben zuteilen – Kunst muss nicht einen Bildungsauftrag haben, politisch sein oder auf soziale Missstände hinweisen. Er findet, dass sich jeder mit Ethik und Politik beschäftigen sollte. Kunst, die dies versucht, gleichzeitig aber im geschlossenen Rahmen einer Galerie ausgestellt wird, wirkt paradox. „Weil dort ist das klar, es ist nichts Neues. Die Leute erwarten sich das regelrecht. […] Gleichzeitig gibt es weltweit Sachen, die in die falsche Richtung gehen, aber…

… damit kann sich keiner befassen, weil die Leute müssen Pokémon spielen.

Nach dieser Aussage frage ich ihn, was er von Pokémon hält. Er antwortet: „Vielleicht ist es gut, dass die Leute das spielen. Wenn es Pokémon nicht gäbe, gäbe es etwas anderes, das zur Unterhaltung beiträgt.“ Ich denke kurz an meine eigenen Laster der digitalen Welt… Zum Glück gibt mein Handy immer wieder den Geist auf und hindert mich daran gänzlich reinzurutschen. Gert reist mich aus meiner Gedankenwelt: „Letztendlich gibt es auch positive Aspekte an diesem Hype: die Leute machen etwas Soziales, sie gehen raus und die Pokémon-Dinger sind auch irgendwie süß. So, wie die 3-Millionen-Klicks-Youtube-Katzen-Videos.“

OBEN, Gert Resinger ,Wien, 2014, Reiniger talks to Pierlo, Pierlo.Production

Nach einer Fünfminuten-Pause legt Gert wieder los: „Hallo, ich bin Gert. Ich trinke gern großen Braunen mit kalter Milch. Ich mag gern Malakofftorten…“ Ich unterbreche: „Ich mag die Esterházytorte.“ „Die ist auch geil!“, erwidert er und fügt hinzu: „Linzerschnitte ist auch ok.“ „Jetzt hast mich wieder aus Bahn geworfen. Wo waren wir? Du sagtest, es geht um die Art zu leben – was ist ein gutes Leben? Wann fühlst du dich wohl?“

„Man muss sich zunächst einmal von der Idee des ständigen Glücklich-seins verabschieden. Glück ist keine Kategorie für ein gutes, gelungenes Leben – ich werde ja noch älter und kann das dann aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten – aber ich fühle mich wohl, wenn ich in der Früh aufstehe und weiß, was ich zu tun habe.“ Bei Projekten setzt positiver Stress ein, „das sind spannende Phasen.“ Dinge, die lediglich ihn betreffen, gestaltet er gänzlich nach seinen Vorstellungen, aber Freunde oder Familie „ist die Auseinandersetzung, der Kompromiss – dann bist du wie ein Stein im Wasser und bist so geformt, dass das Wasser geschmeidig läuft. Wenn du das nicht bist, hat man Ecken und Kanten, wo Strudel entstehen.“ Schöne Metapher, denke ich mir.

Wenn du morgen international gehyped wirst, wie gestaltest du dann dein Leben?

Gert Resinger, Ciao Bella, mixed media, 2011 | © Gert Resinger
Gert Resinger, Ciao Bella, mixed media,
2011 | © Gert Resinger

„Ich glaub, ich würde alles an andere abgeben, die sich darum kümmern sollen – dann ist das gar nicht mehr spannend oder interessant. Ich habe immer wieder diesen Flash, ich möchte zu diesem Punkt kommen, um zu sehen, was dann mit mir passiert und so, aber der Antrieb diesen Status zu erreichen ist bei mir nicht stark genug.“ Für ihn wäre dies eher ein Experiment, kein Ziel. „Dieses Spiel mit Credibility, Fame und Kohle… ich weiß nicht, wie viele angenehme Seiten das hat. Das weiß man erst, wenn man es erreicht hat. Davor ist das eine schemenhafte Fata Morgana.“ Damit möchte er sich nicht beschäftigen, denn das kostet nur notwendige Energien.

Gert Resinger, Hoffmann3000, Bank, Fichte, gebeizt, lackiert, 2014 | © Gert Resinger
Gert Resinger, Hoffmann3000, Bank, Fichte, gebeizt, lackiert, 2014 | © Gert Resinger

 

Ich versuche das Thema auf seine Kunst und Designs zu lenken, er zeigt mir ein paar Sachen und erklärt, dass die Idee sich zunächst aus den vorhandenen Materialien entwickelt. So hat er aus einem Skateboard einen Stuhl oder aus Pappkartons eine Puppe/Skulptur gemacht. „Es kommt spontan eine Eingebung, auf die lasse ich mich dann ein“, fügt er hinzu. „Wenn der ästhetische und technische Moment erfüllt sind, dann wird es für mich schnell fad. Ich habe keine Lust das Objekt dreißig Mal zu produzieren.“ Deshalb hat er die Produktion seiner Designs/Möbel ausgelagert. Lediglich den Prototypen baut er selbst.

Unser Gespräch verlagert sich auf die Entwicklung von Duchamps Readymade zu Warhols Serialität. „Man könnte sagen, Warhol war eine Verarsche, aber er war eine totale Liberalisierung der Kunst, die jetzt wieder rückgängig verläuft. Er hat in Masse produziert, damit möglichst viele einen Zugang zur Kunst finden. Heutzutage ist alles, auch was er nicht persönlich gemacht hat, Millionen Wert.“ Selbst diese Kunst ist heutzutage nur wenigen zugänglich. Das steht selbstverständlicher Weise im starken Kontrast zur ursprünglichen Idee. Ob seine Kunst gleichzeitig eine Marktkritik ist? „Wenn alles, was Kunst sein soll, in dem Moment nur eine Institutionskritik oder eine Verarsche ist, dann ist das ein sich immer drehender Spiegel. […] Dadurch, dass er (Warhol) plötzlich ein Popstar wurde… Das hat den Blick und die Wahrnehmung auf die Kunst verändert.“

Wie könnte man dies heutzutage umsetzen?

„Ich weiß nicht genau, so ein bissl Hippie-Style-mäßig vielleicht.“ Indem man sich von den äußeren Faktoren des Marktes distanziert und zum ursprünglichen Gedanken des Kunstwerkes zurückkehrt, ist es erst möglich „positive Vibes zu transportieren.“ Gert möchte weg von politischen Messages,  hin zur formal reinen Ästhetik, er möchte bewusst positive Emotionen fördern.

Material kombiniert mit Langeweile

ist das Beste, das es gibt.

Gert Resinger, aus der Serie: My Girls (II), 2013/4 | © Gert Resinger
Gert Resinger, aus der Serie: My Girls (II), 2013/4 | © Gert Resinger

So haben sich u.a. die Kollagen entwickelt. Hierbei handelt es sich um Werbung aus Hochglanzmagazinen. Der Effekt der Verzerrung, die Formung eines neuen surrealen Körpers oder Gesichtes ist einerseits sehr gruselig, andererseits bietet es eine neue Betrachtungsweise auf die bestehende und propagierte Körperästhetik. Der Inhalt, bzw. der Deutungscharakter ist nicht a priori die Idee oder ein Konzept, sondern „das Potenzial, was man daraus (Vorlage) machen kann.“ Dies entsteht erst durch den künstlerischen Eingriff. „Es kann interessanter sein, als es ist.“ Die Interpretation dessen liegt im Auge des Betrachters, der Künstler gibt keine Deutungsrichtung vor.

 

Kunst arbeitet mit Potenzialen…

…, fügt er noch hinzu. „Menschen sind auch Potenzial: sie haben viel Potenzial und sie sind Potenzial“, sagt er nachdenklich und nimmt einen Schluck.

Gert Resinger, aus der Serie: My Girls (II), 2013/4 | © Gert Resinger
Gert Resinger, aus der Serie: My Girls (II),
2013/4 | © Gert Resinger

Ich halte kurz fest, dass man die Kollagen kritisch auf die Modewelt beziehen könne. Der Körper  wird zur Perfektion durch Photoshop manipuliert und als real life verkauft. Die weitere Verarbeitung des Materials (des Pseudo-real-life), indem der Körper durch das künstlerische Eingreifen deformiert wird, unterstreicht die bereits vorhandene „Deformierung“ durch Photoshop.

„Das ist mir wieder zu negativ“, sagt er energisch. „Was hast du dir damals gedacht, als du an den Kollagen gearbeitet hast?“, möchte ich wissen. „Es war damals funny, sich so die Zeit zu vertreiben. Kollagen gehen sehr schnell, das ist ein einfacher Prozess. Danach kommt erst die Reflexion.“ Gert wollte vielmehr einen positiven Effekt erzielen, ihm ging es um den künstlerischen Wert: fake-Materialien so zusammenfügen, dass es nicht mehr fake (falsch) ist.

Das ist Kunst.

Gert erklärt mir die Projektionsfläche am Beispiel des Bildes Merkel. „Sie ist eine Politikerin, aber sie ist eine Person, die wir alle kennen. Sie ist ein Celebrity. Sie hat mehrere Facetten. […] Nur weil ich ein Bild von ihre verwende, ist es nicht mit einem politischen Akt oder politischer Kunst gleichzusetzen.“ Für ihn ist es vielmehr ein Spiel mit ihrem Gesicht. „Sie hätte nicht den Fame, wäre sie nicht Politikerin“, werfe ich ein.

„Sie ist Politikerin mit blauen Augen. Vielleicht ist sie blauäugig gegenüber gewissen Situationen, z.B. die Flüchtlingskrise und ihr Motto: wir schaffen das? Oder wurde sie geschlagen, weil jemand mit ihrer Politik nicht zufrieden ist und sie macht lediglich gute Miene zum bösen Spiel? Das bleibt offen. Dennoch ist der erste Bezug zu diesem Bild eine Verbindung zur Politik. Und du hast es nicht so gemeint?“

„Ich habe es nicht nicht so gemeint“, er lacht kurz auf und sagt dann mit einer gewissen Strenge: „Aber das ist der Aspekt, der mich am wenigsten interessiert. […] Es geht in erster Linie um den Menschen und das, was sie verkörpern, welche Projektionsfläche sie haben. Es geht darum ein irritierendes Moment zu schaffen und die Wahrnehmung zu verändern oder in Frage zu stellen. Warum lacht sie, obwohl sie gerade einen Fight hinter sich hat?“ Diese vorgelegten Gedankenkonstrukte, die durch alltägliche Informationen der Medien aufgebaut werden, möchte der Künstler aufbrechen. „Merkel ist einfach Merkel. Natürlich steckt da ein Grad an Provokation darin, das ist bewusst, aber sie ist gleichzeitig eine Frau, die geschlagen worden ist. Allein das ist problematisch. Auf der anderen Seite ist sie happy. Das fand ich irgendwie lustig.“ Die Intention des Künstlers, war es in erster Linie einen Riss in den Gedankengängen zu erzeugen. Wenn man das Hintergrundwissen zur Person negiert, dann sieht man lediglich eine verprügelte Frau. Das, was man über die abgebildete Kanzlerin weiß und sehen möchte, wird zu dem, was man nicht sieht und deshalb sehen sollte.

Gert Resinger, Blumen sind nice, Acryl auf Leinwand, 2015 | © Gert Resinger
Gert Resinger, Blumen sind nice, Acryl auf Leinwand, 2015 | © Gert Resinger

Er zeigt mir anschließend Arbeiten auf Leinwand und erklärt, dass er eine längere Zeit eine Blockade hatte. Anfangs war die Malerei sein wichtigstes Ausdrucksmittel, bis es zu einem inneren Konflikt kam. Diese Distanz zur Malerei, öffnete ihm neue Horizonte und trug der Auseinandersetzung mit anderen Medien bei. „Ich hab mich mit Skulptur beschäftigt, dann kam Design dazu, später auch Textilien und Möbel.“ Nach geraumer Zeit des Nichtmalens, ist das Bild Blumen sind nice entstanden. Wieder hinzufinden, war ein schwieriger Prozess. „[…] Die Blumen haben wieder einen Knopf ausgelöst.“

Gert Resinger, das Boot, 200x300cm, mixed media auf | © Gert Resinger Jute, 2011-12
Gert Resinger, das Boot, 200x300cm,
mixed media auf Jute, 2011-12 | © Gert Resinger

Als Kontrast dazu, sehe ich das Bild das Boot von 2011/12. „So was würde ich heute nicht mehr machen“, ist er sich sicher. Nach einer Pause ergänzt er: „Ich hatte das Glück – das klingt vielleicht etwas makaber –  dass das Bild bissl vor der medialen Bilderflut entstanden ist. Damals war es noch nicht so aktuell. Jetzt würde ich das nicht mehr thematisieren, denn die Frage wäre: wozu? was genau sollte es bringen? Es hat jetzt eine andere Wertigkeit.“ Das Entstehungsjahr spielt durchaus eine wichtige Rolle: das Bild wird nicht zum Spiegel der Meinung unserer Gesellschaft oder der Konsequenzen des Problems, sondern als Ermahnung (veraltet: Adhortation, lat. adhortatio zu adhortari), als eine Art Hinweis für die langjährige Dauer einer „Krise“ ohne konstruktive Lösungsvorschläge.

Gert Resinger, Cornetto, Acryl auf Leinwand?, 2014? | © Gert Resinger
Gert Resinger, Cornetto, mixed Media auf Leinwand , 2014 | © Gert Resinger

Nach einer kurzen Pause, setze ich mich wieder. Gert wartet bereits auf mich und zeigt mir sofort neue Sachen. „Mir hat Franz West von seiner Idee her, dass man mit dem Kunstwerk in Berührung kommen soll, schon immer gefallen. Das war mein Ansatz.“ Dieser Gedanke eröffnete ihm den Weg zum Interieur. Er wollte ein Kunstwerk kreieren, das man angreifen kann. Er glaubt, dass jedes Kunstwerk eine positive Atmosphäre ausstrahlt und eine angenehme Emotion weitergibt, daher war es ihm wichtig, ein Möbel herzustellen, das die gleiche Wirkung erzeugt.

Es ist eine Spielerei mit Gedanken und Wertigkeiten.

Für ihn ist Design (als Kunstwerk) „ein schleichender Weg ins Wohnzimmer. Vielleicht kauft man kein Bild, sondern einen Stuhl.“

Gert Resinger, Blumen sind nice II., Acryl auf Leinwand?, 2015? | © Gert Resinger
Gert Resinger, Blumen sind nice II., Öl auf Sandwichkarton, 2016| © Gert Resinger

Was ist das jetzt (s.o.)?

„Das ist Blumen sind nice 2“, sagt er lachend. „Ohhhh, so kreativ!“ – „Ja“, antwortet er recht trocken. Ich blättere weiter und finde ein Stoffbild. „Das ist ein Bild aus Stoffen genäht. Also, ich nähe auch gern“, erläutert er. „Das ist eine Art Ersatz für die Malerei gewesen.“ Ihn erinnert der Prozess des Zusammenfügens (Nähens) an eine Kollage. Die Entstehung relativiert das Medium, denn es formt sich ein gänzlich neues Bild. Die ursprüngliche Materialität verliert sich in dem Endprodukt, denn Textil ist vielseitig einsetzbar: „Du kannst es als Vorhang verwenden, auf eine Leinwand spannen – je nachdem wie… Es ist immer etwas anderes, es ist flexibel, es ist nicht eindeutig.“

Gert Resinger, Olli, Hocker, Skateboard, Holz, 2015? | © Gert Resinger
Gert Resinger, Ollie, Hocker, Skateboard, Holz lackiert, 2016 | © Gert Resinger

Ich lerne Ollie kennen. Ollie ist ein Hocker, dessen Sitzfläche aus einem Skateboard besteht. „So nennt man einen Skateboard-Sprung“, klärt mich Gert auf. Die Idee kam recht spontan, so auch der Name. Ich muss zugeben, dass Ollie sehr sympathisch klingt.

Das Möbel wird in einer Produktionsstätte hergestellt und kostet ca. € 400,-. Die Verschmelzung von Objekt und Gebrauchsgegenstand oder die Transformation von einem Objekt zum anderen ist ein einfaches, kreatives Kunststück, das dem Künstler gelungen ist.

 

Gert Resinger, Olli, Hocker, Skateboard, Holz, 2015? | © Gert Resinger
Gert Resinger, Ollie, Hocker, Skateboard, Holz lackiert, 2016 | © Gert Resinger
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Gert Resinger, ein Motiv zur Ausstellung Relax
| © Gert Resinger

Er zeigt mir Fotos einer Performanz. „Da sind Leute tätowiert worden.“ Bei der Vernissage zur Ausstellung Relax, hat Gert eine Serie von Motiven angefertigt und die Besucher konnten sich diese stechen lassen.

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Gert Resinger, Performance zur Ausstellung Relax
| © Gert Resinger

Ein Kunstwerk für die Haut. Gleichzeitig gab es auch eine T-Shirt-Linie. Interessanter Gedanke, denn schließlich ist Kleidung unsere zweite Haut, fährt mir durch den Kopf. „Wie kann man Ideen weiterentwickeln? Wie kann man Skizzenmodelle weiterverarbeiten?“, nennt er als Motivation. Ein Freund, der Tätowierer ist, hat die Zeichnungen ausgeführt. Gert hat sich auch bei der Eröffnung tätowieren lassen, als eine Art Performance. „Ich versuche viel auszuprobieren“, hält er fest.

Was war dein letztes Projekt?

Flyer, The Last Show, 2016 | © Gert Resinger
Flyer, The Last Show, 2016 | © Gert Resinger

„Das war eine Gruppenshow mit Sophia Suessmilch aus München und Thomas Schrenk, ein Wiener. Das war die letzte Aktion, der Name war auch LAST SHOW.“ Sein Hintergedanke war „genau das, was wir geredet haben: ein Kapitel, in dieser Form der Präsentation und in dieser Kontextualisierung, die immer stattfindet, wenn man eine Ausstellung macht, abzuschließen, um mich nun etwas Neuem widmen zu können. Die kommenden Projekte werden ein bissl etwas anderes sein“, verspricht Gert.

Sein Telefon klingelt. Während er spricht, halte ich meine Überlegungen fest. Gert ist vielseitig. Wenn jede Form von Kreativität ein Ausdrucksmittel ist, dann führt Gert viele Gespräche. In seinem Allrounder-Dasein gibt es keine Einschränkungen, denn Kunst im Sinne von Kreativität kennt keine Grenzen.

Er beendet das Telefonat und ich lese ihm kurz meine letzten Notizen/Überlegungen vor. Der Begriff Allrounder gefällt ihm. „Vielleicht sollte ich mich so nennen – Gert Allrounder“, sagt er schmunzelnd. „Der Allrounder-Gert“, denke ich laut.

Gert Resinger, Paravant, 2015? | © Gert Resinger
Gert Resinger, Paravent, Holz lackiert, Kabelbinder, 2015 | © Gert Resinger

PS: Abschließend:
Gert: „Ich will, dass irgendwo Wonderboy steht.“ – „Noch etwas ?“, frage ich. – Gert: „Nee.“

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Marija Nujic im Gespräch mit Gert Resinger (am 21. Juli 2016).

 

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