Den aufmerksamen Leser_innen unserer Webseite ist bekannt, dass wir uns immer wieder mit Aspekten der feministischen Kunstgeschichte auseinander setzen. Neben der Pinkifizierung, Rabenmüttern und #regrettingmotherhood, Frauen im Selbstporträt oder Die bessere Hälfte, haben wir uns vor längerer Zeit (genauer gesagt bereits 2009) einige Gedanken zu der Thematik „Einführung in Bildtheorien und Kanones feministischer Kunstgeschichte ‐ Warum sind Fragen der Geschlechterkonstruktionen der blinde Fleck der Bildwissenschaft?“ gemacht, deren Ergebnisse selbst nach Jahren nichts an Aktualität und Brisanz verloren haben.

Am 20.05.2016 erschien die zweite Ausgabe der NEUEN kunstwissenschaftlichen forschungen. Das Themenheft widmet sich der Wiener Schule. Den zweiten Schwerpunkt der Nummer bildet die Performance. Im Artist’s Feature wird die österreichische Künstlerin Deborah Sengl porträtiert.

„Kunst ist für alle Menschen da – Jeder ist herzlich willkommen!“

Ein Satz, den man auf der Website des Kunstmuseums Waldviertel zu lesen bekommt. Ein Satz, der so einige Zweifel aufwirft. Wie soll das denn gehen? Ja, dass jeder herzlich willkommen ist, gut, das kann man sich ja noch vorstellen. Aber dass Kunst für alle Menschen da ist? Da fallen mir als Kunsthistorikerin natürlich gleich ein paar „Aber“ ein. Das liegt doch am Preis, an der Zugänglichkeit, am Backgroundwissen. Beispielsweise. Kunst hat ja durchaus etwas Exklusives.