Elmyr de Hory/ von Houry/ Herzog/ Cassou/ Hoffman/ Raynal/Dory-Boutin – Fälscher, Künstler, Genie. Wer war dieser Mann, den Clifford Irving in dessen vermeintlichen Biographie aus 1969 porträtierte? Wie viel Wahrheit steckt hinter dieser spannenden und zugleich tragischen Lebensgeschichte, oder ist auch diese eine reine Fälschung?

In unserer Reihe Schicksalswege — Von Bildern und Sammlern haben wir unter anderem die Wege von Egon Schieles Wally , Kirchners Berliner Straßen­szene, Vermeers Malkunst sowie im wunderbaren Gastbeitrag von Gast­beitrag von Tanja Bern­sau — Die “Bunte Köni­gin” zu Gast in Wiesbaden unter die Lupe genommen.

Berliner Straßenszene von Ernst Ludwig Kirchner

„Wenn von der ebenso spektakulären wie umstrittenen Rückgabe und Auktionierung der „Berliner Straßenszene“ von Ernst Ludwig Kirchner aus dem Brücke-Museum für Berlin etwas geblieben ist, dann ist es eine neue Ernsthaftigkeit im Umgang mit dem Thema Restitution.“

Rolf Lautenschläger, taz 24.3.2010.

Bildbeschreibung

Das Hauptwerk des Brücke Malers, Ernst Ludwig Kirchner, Berliner Straßenszene, entstanden 1913, zeigt in seinem typischen, hektischen Pinselduktus der Berliner Zeit eine Szene aus der schnelllebigen Metropole Berlin am Vorabend des Ersten Weltkrieges.[1] Dominiert von zwei Prostituierten und deren Freier in einer anonymen Menschenmenge, durchdrungen von einer Mischung aus subtiler Erotik und scheinbar nervöser Vorahnung der kommenden Ereignisse.[2] Die nervöse Hektik der Situation in den engen, sich oft überdeckenden Pinselzügen kommt hier wunderbar zum Ausdruck. Das Gemälde ist 121 x 95 cm groß, Öl auf Leinwand, befindet sich heute nach einem unglaublichen Weg in der Neuen Galerie in New York.