Olafur Eliasson – Baroque Baroque – #OlafurBaroque

New Berlin Sphere, 2009

Wenn der dänisch – isländische Künstler Olafur Eliasson und das barocke Ambiente des Winterpalais des Prinzen Eugen in der Ausstellung „Baroque, Baroque“ aufeinandertreffen, kann nur etwas Wunderbares daraus entstehen.

Selten begegnet man einer Ausstellung, der man so entgegenfiebert und die die Erwartungen noch um vieles übertrifft und einem mit so viel Freude, Emotionen und Eindrücken in einem noch Tage später hinterlässt.

„Für mich ist inspirierend, dass sich das Barock durch eine so große Offenheit auszeichnet – für fließende Übergänge zwischen Realitätsmodellen und der Realität an sich. Die Präsentation meiner Arbeiten im Winterpalais entstand aus der Überzeugung heraus, dass es möglich ist, Realität zu konstruieren; gestaltet nach unseren Träumen und Visionen und getragen von der Vorstellung, dass Konstrukte und Modelle genauso real sind wie alles andere.“ Olafur Eliasson 1)Husslein – Arco/Habsburg [Hg.], Olafur Eliasson: Baroque Baroque, Belvedere, Wien, 2015.

Es treffen aufeinander insgesamt 20 Werke aus dem Œuvre des Künstlers aus der Thyssen-Bornemisza Art Contemporary (TBA21), Wien und der Sammlung Juan & Patricia Vergez, Buenos Aires.

Willkommen auf einer kurzen Reise in die magische Welt des fabelhaften Olafur Eliasson, lasst euch von Licht, Raum und Gefühlen verzaubern.

Begrüßt wird man bereits im Eingangsbereich, wo man auf die Lichtinstallation „Die organische und kristalline Beschreibung“ (1996) trifft. Das Rauschen der Wellen, die ersten vergnügten Besucher, die versuchen in den Wellen zu tanzen, ein fröhliches Lachen zweier Knirpse, die die Wellen jagen und staunen, warum sie nicht nass werden.

Die organische und kristalline Beschreibung, 1996
Die organische und kristalline Beschreibung, 1996

Mit langsamen Schritten geht es Richtung Aufgang, besser gesagt den „Yellow corridor“ (1997) entlang, der die ganzen Räumlichkeiten in ein gelbes Licht hüllt. Erst jetzt wird einem bewusst, wie viel Macht in Licht und Farbe steckt, wie die Atmosphäre eines Raumes beeinflusst werden kann, man fühlt sich geborgen.

Yellow corridor, 1997
Yellow corridor, 1997

Mit der Broschüre ausgestattet schlendre ich zur „New Berlin Sphere“ (2009) und bin baff. Das Licht-Schatten-Spiel in den herrlichsten Juwelentönen spiegelt sich auf den Wänden des Winterpalais, ein außergewöhnliches Zusammenspiel mit dem Barockambiente. Es ist wunderbar zu beobachten mit wie viel Begeisterung das Objekt wahrgenommen wird.

New Berlin Sphere, 2009
New Berlin Sphere, 2009

Es geht weiter in Richtung „Fivefold tunnel“ (2000) wo ich fröhlich grinsenden Damen im besten Alter begegne, die ausgestattet mit ihrem Smartphone Selfies (#OlafurBaroque) im „Käfig mit barockem Hintergrund“ schießen. Objekt sowie Subjekt werden bestaunt und es geht weiter in den nächsten Raum.

Fivefold tunnel, 2000
Fivefold tunnel, 2000

Schon längst ist der Ausstellungsplan und Broschüre vergessen und es geht von einem Raum zum anderen. Hier ein Licht-Schatten-Spiel, da eine spannende Installation, einen Raum weiter, fröhlich vor sich her tanzende Ventilatoren des „Your windy corner“ (1997).

Seu planeta compartilhado (Your shared planet), 2011
Seu planeta compartilhado (Your shared planet), 2011

Nur selten begegnet man einer Ausstellung, in der man neben tollen Objekten so viele Freude und Begeisterung der Besucher sehen kann. Für jede Generation ist was dabei, was das spielerische in einem erweckt. Die Lust aufs Entdecken, die Lust aufs Lachen, die Lust aufs fleißige Bilderknipsen (#OlafurBaroque) und einfach mal die Seele baumeln zu lassen.

Your uncer­tain shadow (colour), 2010
Your uncer­tain shadow (colour), 2010

Herzhaftes Lachen begegnet mir bei „Your uncertain shadow (colour)“ (2010). Eine Dame mit ihrem Sohn vergnügt sich an den fünf bunten Silhouetten auf den Wänden des Saals. Minuten später nehmen ihren Platz zwei junge Männer in Anzügen ein und knipsen Bilder für die Weihnachtsemail. Es wird gesprungen, posiert und einfach mal die Zeit vergessen.

Eye see you, 2006
Eye see you, 2006

Mein absolutes Highlight? Definitive „Eye see you“ (2006). Eine Mischung aus Star Trek, Star wars, Zurück in die Zukunft und einer startenden F-14 in Verbindung mit der opulenten Ausstattung des Goldkabinetts, grandios! Ich bin nicht die einzige, die begeistert ist. Zwei nette Herren schmieden gerade Pläne, dass sie unbedingt die Fotos ihren Enkeln schicken müssen, am besten bei Kaffee und Kuchen. Das Quietschen eines kleinen Jungen, der gerade den Raum betreten hat und fröhlich – hallo Sonne, hallo Sonne – vor sich dahinsingt zieht sich bis in den nächsten Raum.

Kalei­do­scope, 2001
Kalei­do­scope, 2001

Das letzte Foto geschossen, der letzte Raum an dem ich fast vorbeigelaufen wäre, der eigentlich das Werk Nr.2 „Kaleidoscope“ (2001) beherbergt, wurde auch noch entdeckt, das letzte Gespräch mit der Dame des Hauses, die auch von der Ausstellung begeistert und es sichtlich genießt die Reaktionen der Besucher zu beobachten …

Wir sehen uns nicht das letzte Mal „Baroque, Baroque“, ich kommen sicherlich noch mal wieder, aber davor wird erstmal die Broschüre studiert, damit ich ja kein Objekt verpasse.

Job well done Mr. Eliasson, es ist ihnen gelungen vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, es war wunderbar!

Ausstellungsort:

BelvedereDas Winterpalais des Prinzen Eugen

Himmelpfortgasse 8, 1010 Wien

#OlafurBaroque

www.olafurbaroque.at

Öff­nungszeiten:

21. November 2015 bis 06. März 2016

Täglich 10 bis 18 Uhr

Ein­trittspreise:

als Einzelticket Winterpalais oder als Kombi-Ticket erhältlich.

Olafur Eliason auf Artsy (weitere Informationen, wie Biografie und weitere Kunstwerke) / more about Olafur Eliason on ArtsyLink.

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Fußnoten   [ + ]

1.Husslein – Arco/Habsburg [Hg.], Olafur Eliasson: Baroque Baroque, Belvedere, Wien, 2015.